Das Kapital bin ich!

„Schluss mit der Digitalen Leibeigenschaft!“ verspricht ein neues Buch aus der Feder des Schweizer Autors Hannes Grassegger. Grassegger reduziert das Problem der schönen, neuen digitalen Welt auf einen wichtigen Punkt: Wir gehören uns nicht mehr. Wir sind digitale Leibeigene.

Ein interessanter Punkt. Er stellt die eigentlich selbstverständliche Frage: Wem gehören die Daten wirklich? Und setzt noch eine Frage nach: Wem gehöre ich?

Dabei beschreibt er einige interessante Szenarien. Man stelle sich beispielsweise einen James Bond Film vor, wo der Bösewicht Facebook kauft. Und so auf einen Schlag 1,2 Milliarden virtuelle Geiseln nimmt. Was sind die Menschen bereit zu zahlen, damit ihre Geheimnisse, die sie vielleicht Facebook, aber nicht ihrem Lebenspartner anvertraut haben? Was weiß meine Mailbox über mich? Was ist es mir wert, meine Mailbox beim Provider „freizukaufen“, wenn der Zugang plötzlich gesperrt wird?

Er spinnt den Gedanken noch weiter: Nicht nur unser Handy und unser Laptop ist „smart“. Auch unsere Umgebung wird es immer mehr. Das Internet der Dinge und Smart Cities werden schneller Realität, als die meisten glauben möchten. Mittlerweile zeichnen sogar Fernseher ungefragt unsere Sehgewohnheiten auf und deponieren diese Information ungefragt auf irgendeinem Server irgendwo im Internet. Und seit Snowden wissen wir: Auf diese Daten haben nicht nur Konzerne Zugriff. Auch der Staat holt sich, ungefragt natürlich, was er haben will.

Dann kommt eine interessante Wende: Wir sind Diener zweier Herren. Die Staaten und ihre Geheimdienste streiten mit den digitalen Feudalherren um den Kuchen. Und wir sind es, die in diesem Streit als lachender Dritter hervorgehen und mehr als nur die Krümel abbekommen. Er möchte, dass wir uns -wenn wir schon digital „ausgesackelt“ werden, nicht unter Wert verkaufen. Dass wenn die Konzerne schon Geld mit unseren Daten verdienen, wir uns einen gerechten Anteil zurückholen.

Ein interessanter Ansatz ist das allemal. Aber: Ist er auch durchsetzbar?

Fragen und Antworten wieder auf Twitter: Mr. Pilkington


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